Für Angehörige

Wenn ein Familienmitglied oder jemand dir bekanntes im Spektrum ist, dann ist diese Seite für dich 🥰

Ok, wenn du schon ein bisschen hier auf meiner Seite herum gestöbert hast, dann weisst du, dass ich selber Autistin bin. Ich möchte versuchen, dir mein Spektrum so gut wie möglich zu erklären, damit du die autistische Wahrnehmung ein bisschen besser verstehen lernst. Achtung wie immer gilt hier: Jeder Autist ist einzigartig. Nicht alles was ich wahrnehme oder was mir hilft, ist bei anderen Autisten gleich oder hilft diesen.

Dennoch möchte ich versuchen, dir die autistische Wahrnehmung so gut wie möglich zu erklären. Dazu habe ich folgendes 360° Video auf YouTube gefunden. Dieses zeigt die Welt eines autistischen Kindes, das mit seiner Mutter in einem Einkaufszentrum ist. In diesem Video leuchten die einzelnen Reize hell auf, die das Kind wahrnimmt. Zudem kannst du die Blickrichtung ändern, in dem du mit der Maus über das Video ziehst. Ich finde es vermittelt einen guten Eindruck, was passiert wenn es von der Wahrnehmung her zu viele Reize sind:

Und konntest du dir das Video bis zum Ende ansehen? Ich selber habe Mühe damit, weil es doch anstrengend, wenn nicht sogar überwältigend ist. Aber ich hoffe du konntest einen kleinen Einblick gewinnen, was man als Autist alles wahrnimmt.. Hoffentlich hast du auch einen Eindruck bekommen können, in welcher Intensität diese einzelnen Reize wahrgenommen werden können? Vielleicht hast du jetzt auch eine Idee, welche Reize überfordernd sein können? Dazu habe ich dir hier auch noch folgenden Artikel zusammen geschrieben, in dem ich meine häufigsten Auslöser für eine Reizüberforderung zusammen fasse: 10 kleine & grosse Erkenntnisse, die mir geholfen haben meine Auslöser für meine Overloads, Meltdowns & Shutdowns besser zu verstehen

Overload, Meltdown & Shutdown?

Jetzt hast du vielleicht schon ein paar Schlüsselwörter gelesen und zwar „Overload“, „Meltdown“ und „Shutdown“. Wenn du dich nun fragst, was das bedeutet, dann kommt jetzt die Erklärung. Wenn die einzelnen Reize zu viel werden, kann es passieren, dass dadurch eine Reizüberflutung ausgelöst wird. Dabei gibt es verschiedene Abstufungen, wie ich als Autistin darauf reagieren kann. Wie du diese genau unterscheiden kannst, kannst du in diesem Artikel nachlesen: Wie du Overloads von Meltdowns und Shutdowns unterscheidest!

Wenn du diesen Artikel gelesen hast, möchte ich dir auch dringend noch den folgenden Artikel ans Herz legen: Warum kein Shutdown zu haben schlimmer ist als einen Shutdown zu haben.. Denn manchmal braucht es einfach diesen Shutdown, damit man wieder normal funktionieren kann.

Was kann ich als Angehöriger tun?

Du hast bereits angefangen etwas zu tun, schliesslich liest du hier auf meiner Website dich mehr und mehr zum Thema Autismus-Spektrum-Störung ein. Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Denn wenn du eine andere Wahrnehmung verstehen möchtest, kannst du nicht mehr tun, wie alle Informationen, die du bekommen kannst, sei es durch Lektüre, den Austausch mit anderen und Beobachtungen zusammen zu sammeln. Aus diesen Informationen kannst du neue Erkenntnisse bekommen, die dir in Zukunft helfen können, dein autistisches Gegenüber besser zu verstehen.

Natürlich dauert dieses Sammeln an Informationen und die Verarbeitung davon eine Weile. Sicherlich fragst du dich, ob du nicht jetzt sofort etwas tun kannst, um zu helfen. Da möchte ich jetzt einfach einmal „Ja“ sagen, denn ich habe eine Ressourcen Seite erstellt für Autisten, in der ich meine Besten Tools vorstelle, die mir in meinem Alltag helfen. Vielleicht ist auch etwas für euch mit dabei? Schau doch einfach mal hier rein.

Warum du dir nicht auch noch Druck machen solltest..

Ansonsten möchte ich dir einfach ein bisschen den Druck wegnehmen. Wenn ihr beispielsweise die Diagnose bereits im Kindesalter bekommen habt, dann ist das ein grosser Vorteil! Ich habe meine Diagnose ja selber erst im Alter von 30 Jahren erhalten – hier erfährt du mehr dazu. Das war für mich eine Erleichterung, weil ich mich jetzt endlich besser verstehe und auch die entsprechende Hilfe bekomme. Warum ich dir das jetzt erzähle? Nun wenn ihr schon früh die Diagnose bekommen habt, dann könnt ihr mit dieser zusammen aufwachsen. Denn heute gibt es vielmehr Erkenntnisse dazu und dank des Internets könnt ihr euch austauschen, das sehe ich als einen riesigen Vorteil an.

Aber auch wenn man wie ich, die Diagnose erst spät bekommt, ist ja dadurch nicht alles verloren. Sondern es bestehen auch wieder ganz viele Möglichkeiten, Hilfen zu bekommen, oder auch den richtigen Job zu finden. Wenn man denn nun erstmal weiss, woran man eigentlich ist. Auch davon möchte ich versuchen so viel wie möglich zu berichten. So habe ich hier meine Erfahrung nieder geschrieben, wie ich zuerst meinen Chef informiert habe das ich Autistin bin. Sowie später auch noch meine Kollegen aufgeklärt habe.

Daher ich kann es nur betonen, wenn ihr euch die richtigen Hilfen sucht, dann ist ganz vieles im Leben möglich. Manchmal muss man einfach nur einen anderen Weg suchen, um ans Ziel zu kommen.

Daher versuche ruhig zu bleiben und diese Ruhe auszustrahlen, dann kommt das schon gut.